Index des guten Lebens

NdL-Professor HPE wegweisend für NWI

Von Anna M. Theis-Berglmair

Der Nationale Wohlfahrtsindex (NWI) tritt zunehmend in Konkurrenz zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) und könnte diesen schon bald ablösen. Dahinter steht die Idee, dass die Lebensqualität eines Landes durch das BIP nur unzureichend abgebildet wird. Aus diesem Grund haben Wissenschaftler der FU Berlin und der Heidelberger Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft einen alternativen Index entwickelt, der außer dem wirtschaftlichen Kapital auch das natürliche und das soziale Kapital berücksichtigt. Der NWI kann beispielsweise steigen, wenn in einem Land weniger Flüsse verschmutzt werden, die Maßnahmen für Tierschutz verbessert werden, die Ausgaben für Bildung steigen oder mehr Menschen ehrenamtlich arbeiten, Gegebenheiten, die beim BIP gar nicht erst vorkommen.

Wie die ZEIT in ihrer Ausgabe vom 17.1.2013 berichtete, lässt sich mit Hilfe des NWI auch erklären, warum viele Deutsche, trotz der wirtschaftlichen Turbulenzen der vergangenen Jahre, das Gefühl hatten, dass es ihnen und ihrem Land eigentlich gut ginge. Die maßgeblichen Vorarbeiten zu diesem Index hatte Hans-Peter Ecker, Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Literaturvermittlung an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, mit seinem Buch Orte des guten Lebens geschaffen. Dieses Werk, das zwischenzeitlich die disziplinären Grenzen weit überschritten hat, inspirierte die innovativen Ökonomen. Bleibt zu hoffen, dass das NWI auch bald die politische Diskussion erreicht.

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